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Die Ankündigung der Siemens AG im Januar 2010, an ihrem Standort in Bad Neustadt a.d. Saale massiv Stellen reduzieren zu wollen, hatte in der Region wie eine Bombe eingeschlagen. Die ursprünglich in Rede stehenden Abbauzahlen konnten im Verlaufe intensiver Gespräche u.a. von Ministerpräsident Horst Seehofer und Wirtschaftsminister Martin Zeil mit der Konzernspitze abgemildert werden. Weitreichende Beschäftigungsgarantien sind inzwischen mit den Gewerkschaften vereinbart worden. Siemens will den Standort Bad Neustadt a.d. Saale in seinen dortigen Zukunftsfeldern sogar noch stärken und ausbauen.

Flankierend dazu wurden zusätzliche Initiativen für eine strukturpolitische Stärkung der Region ergriffen. Eine davon ist die Wahl von Bad Neustadt a.d. Saale zur bayerischen Modellstadt für Elektromobilität durch den Ministerrat. Voraussetzung hierfür war natürlich, dass entsprechende Kompetenzen und Aktivitäten bereits in der Region vorhanden sind, auf die aufgebaut werden kann. Wirtschaftsminister Zeil hat seine Ansiedlungsagentur Invest in Bavaria beauftragt, daran mitzuwirken, die Chancen für die Neuansiedlung von Betrieben und Unternehmen im Landkreis Rhön-Grabfeld zu verbessern.

Der Wettbewerb um Ansiedlungen wird schärfer und findet auf allen nationalen und internationalen Ebenen statt: auf Gemeinde- und Landkreisebene, aber auch auf Länder- oder Staatenebene. Zugleich werden die Anforderungen der Investoren an die Standorte immer spezifischer. Investoren nennen als Ansiedlungsmotiv an erster Stelle in der Regel das wirtschaftliche Umfeld des gewählten Standortes, noch vor der (preisgünstigen) Infrastrukturverfügbarkeit oder den weichen Faktoren wie Lebensqualität. Das wirtschaftliche Umfeld eines Standortes steht und fällt mit folgenden Fragen: Gibt es am Standort oder in der Region Unternehmen derselben Branche oder der relevanten Wertschöpfungskette, sind Forschungs- oder Entwicklungseinrichtungen vorhanden und sind Fachkräfte verfügbar? Kurzum: Findet ein potenzieller Investor ein für ihn passendes Clusterumfeld vor? Grundsätzlich gilt dies zwar auch für den Ansiedlungswettbewerb auf Gemeinde- oder Landkreisebene, aus dem erfahrungsgemäß ca. 90% aller Ansiedlungen resultieren. Besonders entscheidend ist dieses Clusterumfeld aber für die 10% der Ansiedlungen im internationalen Standortwettbewerb.

Potenzielle (internationale) Investoren neigen dazu, primär die Ballungsräume der möglichen Zielländer in den Blick zu nehmen. Invest in Bavaria versucht daher auch, ländliche Regionen als Standortalternativen „ins Spiel zu bringen“. Dies ist umso leichter, wenn dem Investor ein geeignetes Clusterumfeld – gleichsam als Schlüsselreiz – geboten werden kann. Je mehr dem Investor ein passendes Profil in einer Region präsentiert werden kann, desto mehr besteht die Chance, dass er überhaupt auf die weiteren positiven Standortfaktoren wie preisgünstigere Immobilien etc. aufmerksam wird. So kann man die eigentlichen Standortvorteile des ländlichen Raums ausspielen. Um interessant zu sein, braucht eine Region also ein „knackiges“, auf den Punkt gebrachtes Profil, ein Kompetenzprofil eben.

Ebenso erfreulich wie nützlich ist, dass in nahezu allen Regionen, gerade auch in den ländlichen Bereichen sog. hidden champions – nicht selten Weltmarktführer in ihrem Geschäftsbereich – anzutreffen sind. Diese gilt es zu identifizieren und in besonderer Weise herauszustellen.

In diesem Sinne hat Invest in Bavaria zusammen mit Dr. Jörg Geier von der Wirtschaftsförderung Rhön-Grabfeld ein Datenblatt entworfen, das Schlüsselinformationen rund um die Elektromobilität in der Region möglichst detailliert und transparent darstellt. Datenblätter – wir nennen sie „Kompetenzprofile“ – über die weiteren regionalen Kompetenzen sind geplant. Ausschlaggebend waren hier aus Sicht der Wirtschaftsförderung die Wahl Bad Neustadts als erste bayerische Modellstadt für Elektromobilität und die Vielzahl innovativer Unternehmen wie etwa FGB Steinbach, JOPP GmbH, Preh GmbH, Reich GmbH, SIEMENS, aber auch das Rhön-Klinikum oder die regionalen Energieversorger.

Das hier präsentierte Kompetenzprofil gibt einen schnellen Überblick über die regionalen Highlights und Kompetenzen im Bereich der Elektromobilität. Spezielle Fachbereiche an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Leistungen der bestehenden Unternehmen veranschaulichen die wissenschaftliche und technologische Kompetenz. Diese wird zusätzlich in Form einer Wertschöpfungskette abgebildet. Dadurch sollen die Zusammenhänge zwischen den jeweiligen Geschäftsfeldern grafisch dargestellt werden. Und wen die gesamten Alleinstellungsmerkmale der Region interessieren, der hat die Ansprechpartner und eine Karte mit der regionalen Einordnung sofort parat.

Das Kompetenzprofil setzt sich zum Ziel, statt allgemeiner Aussagen über Branchen möglichst weitgehende Informationen zu bieten. Dabei werden auch die benachbarten Gebiete berücksichtigt, um den gesamten Wirtschaftsraum bestmöglich darzustellen.

Invest in Bavaria wird die Kompetenzprofile in ihre Akquisitionsmaßnahmen einbeziehen, um damit bei geeigneten Anlässen in besonderer Weise auf Rhön-Grabfeld als Investitionsstandort hinzuweisen. Geplant ist auch die Einbindung solcher Profile in das Standort-Informationssystem Bayern (SISBY). Daneben wird Invest in Bavaria die Kompetenzprofile auch an die Bayerischen Auslandsrepräsentanzen und die Bayerischen Cluster kommunizieren. Besonders wichtig ist aber, dass die Region selbst die Kompetenzprofile für ihre regionalen Marketing-Aktivitäten einsetzen kann, um im regionalen oder überregionalen Standortwettbewerb zu punkten. Wir sind zuversichtlich, dass damit ein guter Beitrag geleistet werden kann, um die Region für potenzielle Investoren noch besser ins Bild zu rücken und damit die Chancen auf regionale oder internationale Neuansiedlungen zu erhöhen.

Dr. Johann Niggl; Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und TechnologiePrinzregentenstraße 28 | 80538 München | Tel.: 089 2162-2642 | Fax. 089 2162-2803 | www.invest-in-bavaria.de in Bavaria ist die Ansiedlungsagentur des Freistaats Bayern und die zentrale Anlaufstelle für alle Unternehmen, die sich in Bayern ansiedeln oder ihre bestehenden Kapazitäten erweitern möchten. Invest in Bavaria betreibt weltweit Standortmarketing für Bayern. Als „Pilotversuch“ sind die Kompetenzprofile für Elektromobilität (Rhön-Grabfeld), Automation (Amberg-Sulzbach) und Wassertechnik (Hochfranken) entstanden. Besonders gedankt sei der IHK Würzburg-Schweinfurt, die Invest in Bavaria mit dem Gastartikel einen wichtigen Kommunikationsweg mit den Regionen Mainfrankens ermöglichte.

Autor: Dr. Johann Niggl, Leiter von Invest in Bavaria, der Ansiedlungsagentur des Wirtschaftsministeriums

 

 




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