Bei „Tischtennis für ALLE“ sind Zivilisationskrankheiten im Fokus
Zivilisationskrankheiten werden maßgeblich durch Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Stress verursacht werden. Dazu gehören unter anderem Diabetes Typ 2, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Krebs. Diese Krankheiten sind oft durch Lebensstiländerungen vermeidbar. Genau da greift das neue Projekt des TSV Bad Königshofen, sagt Andreas Albert, der mit seinem Team, darunter Georg Wohlfahrt und Monika Heumann, deshalb ein spezielles Angebot entwickelt hat. Um das umzusetzen sind Umbauarbeiten an der Turnhalle der ehemaligen Irina-Sendler-Schule erforderlich. Die veranschlagten Kosten pendeln sich bei rund 280.000 Euro ein.
Kosten, die der neu gegründete Verein „ Tischtennis für ALLE“ im TSV nicht alleine tragen kann. Deshalb holte man Ursula Schneider, LAG- und Regionalmanagerin und den LEADER-Koordinator von Unterfranken, Daniel Pascal Klaehre „mit ins Boot“. Ziel ist es, die Trainingshalle und den Zugang behindertengerecht umzubauen. Zur Übergabe des überdimensionalen Schecks in Höhe von 141.571 Euro waren Landrätin Sonja Rahm, Landtagsabgeordneter Steffen Vogel und Bürgermeister Frank Helmerich gekommen.
Moderator Werner Angermüller freute sich über die honorigen Gäste und dankte für deren Unterstützung. Mit LEADER-Mitteln, einem Zuschuss aus Fraktionsmitteln der CSU-Landtagsfraktion, initiiert durch den Abgeordneten Steffen Vogel in Höhe von 18.000 Euro sowie der Sparkasse Bad Neustadt und Volks- und Raiffeisenbank Main-Rhön könnten rund 60 Prozent der Kosten abgedeckt werden. Weitere Mittel erhofft man sich vom Landkreis Rhön-Grabfeld und der Stadt Bad Königshofen.
Landrätin Sonja Rahm sagte, dass man mit dem Projekt etwas erarbeitet habe, dass allen Bevölkerungsschichten und deren Gesundheit dient. Der Beginn der vorzeitigen Maßnahmen sei verständlich und sollte sich nicht auf die Zuwendungen auswirken. „Es ist ein Vorzeigeprojekt, das landkreisweit Schule machen könnte. Vor allem, da es auf ehrenamtlicher Basis beruht." Der TSV Bad Königshofen sei mit diesem Projekt ein Vorbild. “Das schreit buchstäblich nach Nachahmern.”
Bildunterschrift: Landrätin Sonja Rahm und Bürgermeister Frank Helmerich (rechts) ließen sich von LAG- und Regionalmanagerin Ursula Schneider (links), Andreas Albert, Matthias Braun (beide vom Verein "Tischtennis für ALLE“) das Projekt konkret erläutern. Foto: Hanns Friedrich
Bürgermeister Frank Helmerich sprach von einem Leuchtturmprojekt. Eine Stadt könne stolz auf die sportlichen Aktivitäten, nicht nur im Tischtennisverein und TSV, sondern auch in anderen Sparten sein. Er selbst sei mit Tischtennis aufgewachsen und habe von daher eine besondere Verbundenheit. Das Projekt nannte er nachhaltig, aber auch herausfordernd für die Ideengeber. Landtagsabgeordneter Steffen Vogel sprach von einem herausragendem Projekt, das bayernweit Vorbildcharakter besitze. Bad Königshofen entpuppe sich immer mehr als ein Jugendleistungszentrum und deshalb seien auch die Sondermittel seiner Fraktion möglich gewesen. “Ihr seid das Aushängeschild für die gesamte Region.”
Von einem „bunten Blumenstrauß der Aktivitäten im Sinne der Vorsorge“ sprach LEADER-Koordinator Daniel Pascal Klaehre. „Sie alle können sich selbst auf die Schulter klopfen. Denn das, was sie hier anbieten, ist eine tolle Sache."
Andreas Albert stellte das Projekt kurz vor und sagte, dass einer der Initiatoren der Bad Königshofener Viktor Haschke, Parkinson-Betroffener und Tischtennisbegeisterter, war. Er wollte trotz seiner Krankheit aktiv bleiben. Dazu sei besonders das Tischtennisspielen ideal, da es Bewegungsabläufe schult und die visuelle Koordination fördert. Oftmals seien Betroffene aufgrund eingeschränkter Mobilität auf fremde Hilfe angewiesen, was zu sozialer Vereinsamung führt. Dem, so Andreas Albert, wolle man mit diesem Projekt entgegenwirken.
