Die Stadt Bad Neustadt a. d. Saale setzt beim Ausbau der Telekommunikations-Infrastruktur auf einen starken Mix aus Marktinitiative und gezieltem geförderten Ausbau. Während in vielen Teilen des Stadtgebietes bereits leistungsstarke Gigabit-Verbindungen zur Verfügung stehen und zudem umfangreiche eigenwirtschaftliche Ausbauprojekte umgesetzt werden, blieben vereinzelte Ortsbereiche bzw. Adressen beim Ausbau bislang unberücksichtigt.
Um auch in diesen Ortsbereichen bzw. an diesen Adressen eine zukunftssichere Versorgung sicherzustellen, nutzt die Stadt die bestehenden Fördermöglichkeiten konsequent aus. Zuletzt konnten zwei Förderzusagen nach dem neuen Lückenschluss-Pilotprogramm der Gigabit-Richtlinie des Bundes 2.0 eingeworben werden. Für diese beiden Förderprojekte wurden nun die offiziellen Ausbauverträge mit der Telekom Deutschland GmbH unterzeichnet.
Details zu den einzelnen Lückenschluss-Projekten
1. Ortsbereich „Lebenhan-Ost“ (Lückenschluss-Projekt 2024)
Der Ortsbereich „Lebenhan-West“ wurde im vergangenen Jahr auf Grundlage der bayerischen Gigabit-Richtlinie mit Glasfaser-Anschlüssen ausgebaut. Der östliche Ortsbereich war für einen Ausbau auf Grundlage dieser Richtlinie noch zu gut versorgt. Da die Förderrichtlinie des Bundes höhere Aufgriffsschwellen zulässt, konnte ein geförderter Ausbau des Ortsbereiches „Lebenhan-Ost“ über das Lückenschluss-Programm angegangen werden.
Für den Ausbau der 68 noch fehlenden Adressen müssen weitere 340.000 Euro investiert werden. Die Wirtschaftlichkeitslücke für dieses Ausbauvorhaben liegt bei rund 250.000 Euro. Nach Abzug der Bundes- und der Landesmittel muss die Stadt Bad Neustadt a. d. Saale noch Eigenmittel in Höhe von 25.000 Euro für dieses geförderte Ausbauprojekt aufbringen.
2. Lücken in den Ortsbereichen Bad Neustadt, westliche Außenstadt, Bad Neuhaus, Mühlbach und Sandheide (Lückenschluss-Projekt 2025)
Im zweiten Lückenschluss-Projekt werden die Gigabit-Lücken in den Ortsbereichen Bad Neustadt, westliche Außenstadt, Bad Neuhaus, Mühlbach und Sandheide durch die Herstellung von Glasfaser-Anschlüssen geschlossen.
Die Investitionskosten für dieses Ausbauprojekt liegen bei knapp 1,1 Millionen Euro. Die auszugleichende Wirtschaftlichkeitslücke beträgt 960.000 Euro. Nach Abzug der Bundes- und der Landesmittel muss die Stadt Bad Neustadt a. d. Saale noch Eigenmittel in Höhe von 96.000 Euro für dieses geförderte Ausbauprojekt aufbringen.
Zudem wurde vor wenigen Tagen ein 3. Lückenschluss-Antrag für den Ausbau aller übrigen Adressen ohne eine Gigabit-Versorgung beim Projektträger für die Bundesförderung eingereicht.
Bestmögliche digitale Infrastruktur bieten
Abgesehen von den rund 60 Adressen, für deren Ausbau der Förderantrag für das 3. Lückenschluss-Projekt eingereicht wurde, ist auf Grundlage der aktuell gültigen förderrechtlichen Vorgaben leider kein weiterer geförderter Ausbau möglich. Bürgermeister Michael Werner nutzte deshalb im Rahmen der Vertragsunterzeichnung die Gelegenheit, um gegenüber der Telekom für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau in weiteren Ortsbereichen des Stadtgebietes zu werben.
Weiterhin wies Werner darauf hin, dass das Ausbauziel der Bundesregierung „Flächendeckende Versorgung aller Haushalte und Unternehmen mit Glasfaseranschlüssen bis zum Jahr 2030“ nur dann erreichbar ist, wenn die förderrechtlichen Rahmenbedingungen grundlegend angepasst werden und das Koaxialkabelnetz von Vodafone gefördert mit Glasfaser-Anschlüssen überbaut werden darf.
Zusammenarbeit mit der Telekom Deutschland GmbH wird fortgesetzt
Thomas Andreas Hofmann von der Telekom brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Stadt Bad Neustadt a. d. Saale seinem Unternehmen auch bei der Durchführung der beiden Lückenschluss-Projekte das Vertrauen schenkt. Er lobte das seit Jahren sehr große Engagement der Stadt beim Ausbau der Breitbandversorgung.
Landkreis auf dem Weg zum flächendeckenden Gigabit-Netz
Der Projektverantwortliche von Seiten des Landkreises Rhön-Grabfeld, Frank Reichert, freute sich über die weiteren Vertragsabschlüsse auf Grundlage der Bundesrichtlinie. Er bedankte sich für die Unterstützung beim Vollzug des Förder- und Vergabeverfahrens bei Günther Pichlmaier von der Corwese GmbH, Dr. Matthias Freund von der Rechtsanwaltskanzlei Muth & Partner aus Fulda und Maximilian Pfister von der Stadt Bad Neustadt a. d. Saale.
„Gemeinsam mit unseren kreisangehörigen Städten und Gemeinden sind wir auf einem sehr guten Weg zu einer signifikanten Steigerung der Anzahl der Glasfaser-Hausanschlüsse innerhalb unseres Landkreises“, so Frank Reichert. Mittelfristig sollen an allen Adressen im Landkreis Rhön-Grabfeld gigabitfähige Anschlüsse verfügbar sein. Die Ausbaumöglichkeiten sind jedoch stark von den individuellen Gegebenheiten in den jeweiligen Kommunen und hier insbesondere der bereits bestehenden Versorgung abhängig.

Bildunterschrift: Über den Abschluss der beiden Lückenschluss-Ausbauverträge freuen sich (von links): Frank Reichert (Landkreis Rhön-Grabfeld | Kreisentwicklung), Michael Werner (1. Bürgermeister der Stadt Bad Neustadt a. d. Saale), Thomas Andreas Hofmann (Deutsche Telekom Technik GmbH | Kommunalberater Glasfaser) und Günther Pichlmaier (Corwese GmbH).