Mal kein Handy, Fernseher und PC, dafür viel Zeit draußen, gemeinsame Aktionen und jede Menge eigene Ideen: Das sind auch in diesen Sommerferien wieder die klassischen Zutaten für ausgelassene Stimmung auf dem Jugendzeltplatz Hillenberg bei Hausen in der Rhön. Die beliebte Kinderfreizeit wird traditionell vom Landkreis Rhön-Grabfeld organisiert, die Gesamtleitung liegt beim Sachgebiet Jugend und Familie des Landratsamtes.
Wie der Alltag im Zeltlager aussieht, erlebte Landrätin Sonja Rahm kürzlich bei ihrem ersten Besuch am Hillenberg ganz unmittelbar. Beim Spiel „Mein perfekter Zeltplatz“ bauten die Kinder aus Naturmaterialien ihren persönlichen Traum-Zeltplatz und entwickelten dazu eine eigene Geschichte. Dabei waren Kreativität und handwerkliches Geschick gefragt. Vor allem aber mussten die Kinder als Team zusammenarbeiten.
Viel Zeit nahm sich die Landrätin für Gespräche mit den Kindern und den Verantwortlichen rund um Ekkehard Schmitt, der inzwischen seit 41 Jahren am Hillenberg aktiv ist. Sie wollte wissen, was den Kindern besonders gut gefällt und welche Wünsche sie für ihren Aufenthalt haben.
Natürlich hatten die Kinder auch einige Anregungen. Ein Pool und weitere Möglichkeiten, die Natur rund um den Hillenberg zu entdecken, standen auf ihrer Liste. Auch die fehlende digitale Ablenkung wurde angesprochen. Gerade die Auszeit von Handy und Technik macht für viele den besonderen Reiz des Zeltlagers aus.
Auch für die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer nahm sich Sonja Rahm viel Zeit. Viele von ihnen sind dem Hillenberg seit Jahren verbunden. Einige waren selbst schon als Kinder im Zeltlager, wurden später Betreuer und kommen heute mit ihren eigenen Kindern zurück. Andere haben nach einer längeren Pause wieder den Weg zum Hillenberg gefunden. So ist über die Jahre eine Gemeinschaft entstanden, die das Zeltlager über Generationen hinweg trägt. „Eine tolle Familie“, nannte die Landrätin diese Gemeinschaft. Dafür gab es spontanen Applaus von den Kindern.
Zum Zeltlager gehören aber auch die kleinen Dinge: das eigene Lied, gemeinsame Traditionen und an diesem Nachmittag ein Eis für alle. Bei sommerlichen Temperaturen sorgte die Landrätin damit für eine willkommene Abkühlung.
Davor hatten die Kinder aber noch einige Fragen an die Landkreischefin: Was macht eine Landrätin eigentlich? Warum lässt man sich wählen? Und wie sieht der Alltag neben dem Amt aus? Der offene Austausch machte kommunale Politik für die Kinder greifbar und gab ihnen die Möglichkeit, ihre Fragen direkt loszuwerden.
Zum Abschluss gab es für Sonja Rahm noch eine besondere Überraschung: Die Kinder und Betreuer überreichten ihr eine selbst gebastelte Hillenberg-Eule und eine Zeltlager-Tasse samt „Nervennahrung“. Die Eule soll künftig einen Platz im Landratsamt bekommen, die Tasse die Landrätin im Arbeitsalltag begleiten.
Der Nachmittag am Hillenberg machte wieder deutlich, wofür das Zeltlager steht: Kinder, die gemeinsam etwas erleben und auf die Beine stellen, und Erwachsene, die ihnen dafür den Raum geben. Sie erleben Natur, bringen eigene Ideen ein und übernehmen Verantwortung. Dahinter stehen viele ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer, die ihre Zeit, Erfahrung und viel Herzblut einbringen.

Bildunterschrift: Gruppenfoto am „Lagerfeuer“: Auch in diesem Jahr sind wieder viele Kinder der Einladung gefolgt und haben am Hillenberg-Zeltlager des Landkreises Rhön-Grabfeld teilgenommen.
