So viele Menschen waren bei einer Ausstellungseröffnung im Foyer des Landratsamtes Rhön-Grabfeld selten mit dabei. Die Resonanz zeigt jedoch die Wichtigkeit eines Themas, das oft im Hintergrund wirkt, für viele Betroffene aber von zentraler Bedeutung ist: Selbsthilfe als Kraftquelle, als Netzwerk und als gelebte Solidarität.
Und so konnte der stellvertretende Landrat Josef Demar viele Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfegruppen sowie politische Würdenträger im Landratsamt begrüßen. Denn bis zum 27. Februar ist dort die Wanderausstellung „Selbsthilfe zeigt Gesicht“ zu sehen.
Organisiert wurde die Ausstellung vom Amt für Senioren und Menschen mit Behinderung des Landkreises Rhön-Grabfeld. Ergänzend präsentieren sich regionale Selbsthilfegruppen mit Bannern und Informationsmaterial. Sie geben Einblicke in ihre Arbeit, ihre Angebote und ihr ehrenamtliches Engagement vor Ort.
Das macht die Selbsthilfekontaktstelle
Andreas Selig von der Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen in Unterfranken berichtete im Rahmen der Ausstellungseröffnung über seine Arbeit, die als Interessensvertretung die Anliegen der Selbsthilfe auf kommunaler, Landes- und Bundesebene einbringt. So informiert die Kontaktstelle über Selbsthilfeangebote und –gruppen, sorgt für Vernetzung untereinander, kooperiert mit Fachstellen und sensibilisiert für die Selbsthilfe.
Als Betroffene berichtete Barbara Mergenthaler von ihren Erfahrungen. Bevor Mergenthaler erblindete, waren Selbsthilfegruppen für sie laut eigener Aussage auch eher eine Randerscheinung. Inzwischen bezeichnete sie die Selbsthilfe als riesiges Geschenk. Die Gruppe sei bestärkend und sorge für Rückhalt.
Selbsthilfe als Mutmacher
Selbsthilfe richtet sich ganz allgemein an Menschen, die mit Krankheit, Behinderung oder herausfordernden Lebenssituationen konfrontiert sind. Der Austausch mit anderen Betroffenen, das gegenseitige Verständnis und das Wissen, nicht allein zu sein, können Mut machen, Orientierung geben und die eigene Bewältigung stärken. Damit ergänzt Selbsthilfe professionelle Hilfsangebote auf wertvolle Weise und trägt wesentlich zu Teilhabe und Lebensqualität bei.
Die Ausstellung „Selbsthilfe zeigt Gesicht“ wurde von der Selbsthilfekoordinationsstelle KISS Mittelfranken in Zusammenarbeit mit Studentinnen der Evangelischen Hochschule Nürnberg entwickelt. Sie beleuchtet Selbsthilfe in ihren unterschiedlichen Facetten - persönlich, authentisch und nah an den Menschen.
Hinweis auf Veranstaltung am 05. Februar 2026
Hinweis: Im Rahmen der Ausstellung wird am Donnerstag, den 05. Februar 2026, um 17 Uhr der Vortrag „Gestalten statt erleiden – Krankheit und Krisen als Fenster zu neuen Sichtweisen“ angeboten. Anschließend diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus der Selbsthilfe auf dem Podium über ihre persönlichen Erfahrungen und die Bedeutung der Selbsthilfe für ihr Leben.
Der Vortrag ist ein gemeinsames Angebot mit der GutePflege – Landkreis Bad Kissingen. Veranstaltungsort ist das Bürgerzentrum Günter-Burger-Halle, Karlsbergstraße 2a in Strahlungen. Der Vortrag lädt dazu ein, neue Perspektiven im Umgang mit belastenden Lebensphasen zu entdecken und eigene Handlungsspielräume zu erkennen.
Sowohl die Ausstellung als auch der Vortrag sind kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Veranstalter ist das Amt für Senioren und Menschen mit Behinderung Landkreis Rhön-Grabfeld.
Interessierte können sich für eine Ausstellung im Foyer des Landratsamtes an Annette Müller-Mann von der Kreisentwicklung wenden (Tel. 09771/94-147, E-Mail: annette.mueller-mann(at)rhoen-grabfeld.de).

Bildunterschrift: Viele Vertreterinnen und Vertreter von regionalen Selbsthilfegruppen freuen sich über die Eröffnung der Ausstellung „Selbsthilfe zeigt Gesicht“, die bis Ende Februar im Foyer des Landratsamtes Rhön-Grabfeld kostenfrei besucht werden kann.